|
„Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht.“
Onlinesucht oder auch „Pathologischer Internetgebrauch“, wie dieses Phänomen in der Fachsprache bezeichnet wird, ist ein ernstzunehmendes Thema. Laut dem Drogen- und Suchtbericht 2009 des Bundesministeriums für Gesundheit sind 3-7 % aller Internetnutzer onlinesüchtig. Bei knapp 40 Millionen Nutzern in Deutschland macht dies rund 2,8 Millionen Süchtige. Diese Zahl ist erschreckend hoch. Deshalb sieht GamePäd dringend Handlungsbedarf.
Doch was ist Onlinesucht eigentlich? Im Drogen- und Suchtbericht 2009 wird sie folgendermaßen beschrieben:
„Pathologischer Internetgebrauch ist eine neue und unzureichend erforschte Impulskontrollstörung oder Verhaltenssucht, deren Symptome dem pathologischen Spielen vergleichbar sind. Ein charakteristisches Merkmal ist eine exzessive und in der Selbstkontrolle so stark beeinträchtigte Nutzung von Internetanwendungen, dass psychosoziale Folgeprobleme auftreten“ (Drogen- und Suchtbericht 2009).
In dieser kurzen Beschreibung wird ein wesentliches Merkmal von Onlinesucht deutlich: Nicht die Dauer des täglichen Konsums ist entscheidend dafür, ob eine Person „onlinesüchtig“ ist, sondern der Kontrollverlust. Onlinesüchtige gehen auch dann noch in die virtuelle Welt, wenn daraus negative Konsequenzen für sie entstehen. Der Drang, online zu sein ist stärker als die Anforderungen des realen Lebens. Deshalb kann es zum Beispiel dazu kommen, dass Jugendliche den ganzen Tag in ihrem Zimmer verbringen, Körperhygiene zur Nebensache wird und sie nicht mehr zur Schule gehen wollen.
An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis: Onlinesucht bezieht sich nicht nur auf Onlinerollenspiele. Auch andere Suchtformen sind Experten bekannt, wie zum Beispiel:
- Chatsucht - Kaufsucht (über das Internet) - Informationssucht - Glücksspielsucht (im Internet)
Wer ist von Onlinesucht betroffen?
Von der Onlinesucht sind Menschen aus allen Altersgruppen und Schichten betroffen. Es gibt keine spezifische Bevölkerungsgruppe, bei der Onlinesucht in besonderem Maße auftritt. Haupt- und Realschüler sind genauso betroffen wie Gymnasiasten, Studenten, Arbeitslose oder auch Erwachsene mit festem Job. Auch zwischen den Geschlechtern lassen sich kaum Unterschiede feststellen. Zwar zeigt sich, dass besonders Jungen und Männer Onlinespielen verfallen, bei Frauen hingegen ist zum Beispiel die Chatsucht ein häufig auftretendes Problem.
|